Hin und Her macht Taschen leer - erfolgreich an der Börse sein

Veröffentlicht am 18. Juni 2013

Hin und Her macht Taschen leer - erfolgreich an der Börse sein

Was die Werbung nicht alles verspricht. In einer davon werden fünf gute Gründe genannt, um Kunde bei einer Direktbank zu werden. Ein Grund lautet: „schnell und günstig traden”. Das klingt gerade so, als ob das die entscheidenden Kriterien für eine erfolgreiche Anlagestrategie sein sollten. Insgeheim wird suggeriert, jedermann könne mit ein paar schnellen Börsengeschäften innerhalb kurzer Zeit zu einem Vermögen kommen. Das ist zwar grundsätzlich nicht ausgeschlossen, dürfte allerdings alles andere als die Regel sein.

Erfolgreiches „Trading” an der Börse ist nur mit viel Erfahrung möglich, bedeutet harte, disziplinierte Arbeit und führt nur im Durchschnitt zum Erfolg. Selbst professionelle Anleger würden niemals davon ausgehen, bei jedem Einzelgeschäft erfolgreich zu sein. Vielmehr setzen sie darauf, in der Mehrheit der Fälle Gewinne zu erzielen. Dabei sind selbst bei ihnen längere verlustreiche Phasen möglich. Diese können sie nur mit einer fundierten Kapitaldecke überstehen und die Verluste später wieder ausbügeln.

Regel: Hin und Her macht Taschen leer

Für den normalen Anleger dürfte eher gelten: Hin und Her macht Taschen leer. Wer hektisch agiert und viele Geschäfte macht, fördert zunächst erst einmal seine Bank oder seinen Broker. Denn der verdient an jedem Geschäft über Courtagen und andere Provisionen. Manche eher unseriösen Gesellschaften haben es sogar  gerade darauf abgesehen. Ohne Rücksicht auf die Erfolgsaussichten der Aktivitäten werden die Konten teilweise sogar mehrfach täglich umgeschichtet - bis unter Umständen nichts mehr da ist.

Natürlich läßt sich das überblicken, solange man die Aufträge selbst erteilt. Aber im Hinterkopf sollte immer der Gedanke an anfallende Spesen eine Rolle spielen. Denn diese mindern neben der anfallenden Spekulationssteuer und der Geld-Brief-Spanne das Ergebnis sämtlicher kurzfristigen Transaktionen. Wer dabei häufig falsch liegt, verliert doppelt. Er muß sich nicht nur die Kursverluste ans Bein streichen, sondern dazu kommen die ganzen Nebenkosten und die verschwendete Zeit. Die hätte sicherlich ertragreicher verwendet werden können, beispielsweise für ganz normale Arbeit.

Regel: Trends und Momentum spielen

Was machen erfolgreiche Anleger anders? Sie schielen nicht permanent auf die kurzfristig eintrudelnden Neuigkeiten und reagieren darauf nicht mit hektischen Börsenorders. Sondern sie konzentrieren sich auf die Identifikation relativ eindeutiger Chancen und nutzen diese für eine längerfristige Anlage. „Selektion führt zum Erfolg”, sagte etwa Fondsmanager Carsten Osswald bei der PEH Wertpapier AG. Er selektiert die Aktien nach fundamentalen und technischen Kriterien und investiert dann gleichmäßig in die wenigen übrig gebliebenen.

Mit diesem Vorgehen lassen sich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen wird diversifiziert - und nicht alles auf eine Karte gesetzt. Zum anderen werden „hoffnungslose Fälle”, wie etwa Unternehmen mit hoher Verschuldung oder mit massiven Verlusten übergangen. In der Regel werden Aktien übrig bleiben, die schon in der Vergangenheit einen schönen Aufwärtstrend hingelegt haben oder bei denen sich auf Basis solider Daten einer abzeichnet. Dann heißt es nur noch, Einsteigen und die „Welle reiten”, bis sie auf die Klippen trifft.

Als „Rettungsring” kann sich der Anleger dabei „wandernde Stopp-Loss-Marken” anlegen, die er auf dem Weg nach oben anpaßt. Aussteigen - sprich verkaufen - wird er frühestens dann, wenn die Kursdynamik erlahmt. Denn vorher vergibt er weitere Ertragsmöglichkeiten. Die Reißleine wird er aber spätestens dann ziehen, wenn der langfristige Aufwärtstrend gebrochen wird. Denn dann hat sich sehr wahrscheinlich etwas am Umfeld geändert. Gerade auch am Neuen Markt - wer erinnert sich heute noch daran - hätten sich mit dieser „Ausstiegsmethode” viele Verluste rechtzeitig vermeiden lassen.
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Autor des Artikels:

Joachim B. Auster

Joachim B. Auster

Der Autor ist sehr bekannt. was sollte der Leser unbedingt über ihn wissen?
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